SektflaschenWinzersekt

Was ist eigentlich Winzersekt?

Erschienen In: Basics | Neues

Die Produktion von Sekt hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Sektkellereien deutschlandweit gegründet. Winzersekt, so wie wir ihn heute kennen, gibt es allerdings erst seit Ende der 1980er Jahre.

Qualitätsstandards

Ein Sekt darf sich nur Winzersekt nennen, wenn bestimmte Qualitätsstandards eingehalten werden:

  • Die Trauben für den Sektgrundwein dürfen nur aus den eigenen Weinbergen stammen. Dies verleiht den Sekten die persönliche Handschrift des Winzers. Winzersekt ist somit ein regionales Produkt! Der Sekt darf sich dann als deutscher Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete (Sekt b.A. oder Qualitätsschaumwein b.A.) bezeichnen. Zum Beispiel: Deutscher Sekt b.A. Pfalz
  • Alle Winzersekte müssen nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt werden. Dies entspricht dem Verfahren „Méthode champenoise“, welches in der Champagne angewandt wird. Sie dürfen dann den Begriff „traditionelle“ oder auch „klassische Flaschengärung“ tragen.
EtikettDeuscherSektb.A
Kennzeichnung Deutscher Sekt B.A. Pfalz – Weingut Josef-Biffar
  • Winzersekt ruht und reift mindestens neun Monate auf seiner Hefe. Allerdings wird diese Mindestanforderung von vielen qualitätsbewussten Winzern in der Regel um etliche Jahre überschritten. Diese Sekte zeichnen sich durch eine besonders feine und elegante Perlage oder „Mousseux“ aus.

Winzersekt – Handschrift des Winzers

Beim Winzersekt bestimmt der Winzer die Eigenschaften seines Sektes in allen Details. Von der Zusammensetzung der Grundweine bis hin zur Geschmacksrichtung.

Farbenvielfalt

Winzersekte werden häufig als Blanc (weisse Trauben), Rosé, Blanc de Noir (weissgekelterte rote Trauben) oder als Roter Sekt hergestellt.

Restsüsse

Winzersekte können in verschiedenen Süssegraden ausgebaut sein:

Allerdings wird die Mehrheit der Winzersekte in den Kategorien brut und extra brut angeboten.

Besonderheiten

Winzersekte zeichnen sich oft durch besondere Qualitäten aus:

  • Cuvée (Non-Vintage): Mehrere fein abgestimmte Grundweine aus unterschiedlichen Lagen oder Rebsorten ergeben aufgrund ihrer bevorzugten Eigenschaften einen harmonischen Sekt.
  • Lagensekt: Der Grundwein stammt zu mindestens 85% aus der genannten Weinbergslage. Diese Sekte können einen sehr individuellen und terroirbezogenen Ausdruck haben.
  • Rebsortensekt: Zu mindestens 85% stammt der Grundwein des Sektes aus der angegebenen Rebsorte und zeigt einen für die Rebsorte typischen Charakter.
  • Jahrgangssekt: Zu mindestens 85% stammt der Grundwein aus dem angegebenen Jahrgang, der sich durch besondere Qualitäten des genannten Jahres auszeichnet.

Daran erkennen Sie einen Winzersekt!

Leider wird der Begriff „Winzersekt“ kaum auf das Etikett geschrieben! Schauen Sie sich deshalb das Etikett genau an und achten Sie auf die Begriffe:

  • „traditionelle“ oder auch „klassische Flaschengärung“
  • Sekt bestimmter Anbaugebiete (Sekt b.A.) z.B. Deutscher Sekt b.A. Pfalz
  • Name des Weinbaubetriebes, Amtliche Prüfnummer

Regelmässig belegen deutsche Winzersekte in internationalen Wettbewerben die vorderen Ränge. Winzersekte, die mit den besten Grundweinen und perfektem Sekthandwerk hergestellt werden, stehen bei entsprechender Reife Champagnern in der Qualität in nichts nach.

Quelle:

Titelfoto: Deutsches Weininstitut / Textinformationen: Deutsches Weininstitut

Ein Bouquet voller Rosen, Salz und Hefebrot… (Spätburgunder, Chardonnay)
Wein- und Sektprobiertage 26. April bis 5. Mai 2019 im Wein- und Sektgut Barth