Was hat ein (Marine) Segelboot mit Sekt zu tun?

Erschienen In: Basics | Neues

Das Geheimnis heisst „Schaumweinsteuer“! Noch nie gehört?

Dann erfahren Sie hier die unglaubliche aber wahre Geschichte….

Angefangen hat alles im Jahre 1902 als der deutsche Reichstag eine sogenannte Schaumweinsteuer (Sektsteuer) zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte einführte. In diesen Notzeiten wurden überall nach möglichen Einnahmequellen gesucht und man fand den „deutschen Champagner/Sekt“ Bestens geeignet, um Geld in die klammen Kassen zu spülen. Auf den Ladenpreis von damals 2,50 Reichsmark für eine Flasche Sekt (0,75l) kamen 50 Pfennig on top.

Auch unser heutiger Fiskus liebt diese Steuer!

Die Schaumweinsteuer hatte nur um 1933 eine kurze Pause, dann wurde sie in Kriegszeiten wieder eingeführt. Seitdem erfreut sie das Finanzministerium und bescherte dem Staat zuletzt jährliche Einkünfte in Höhe von 460 Millionen Euro!

Sektsteuer für den Fiskus

Wo versteckt sich die Sektsteuer?

Jede Flasche Schaumwein wird mit einer Sektsteuer belegt. Sie gilt laut Steuergesetz als Verbrauchssteuer. Der Produzent muss die Sektsteuer an den Staat abführen, sobald der fertige Sekt das Weingut verlässt. Der Erlös wird komplett an den deutschen Fiskus abgetreten. Perlweine gehören aufgrund des niedrigeren Alkhoholgehaltes und Kohlendioxiddruckes übrigens nicht dazu.

Höhe der Sektsteuer

Sobald Sie eine Flasche Schaumwein erwerben, zahlen Sie die Steuer automatisch mit – unbemerkt. Pro Flasche Sekt (0,75 l) zahlen Sie als Konsument heute 1,02 Euro Sektsteuer – egal wie teuer die Flasche Sekt ist. Da kommt sicherlich mancher ins Grübeln, oder?

Billige Sekte

Genau! Wie kann das sein, dass ich einen sogenannten „Qualitätssekt“ für 2,99 Euro im Laden kaufen kann? Denken Sie daran, Sie müssen automatisch die 1,02 Euro abziehen, dann landen Sie bei 1,97 Euro. Da Sie ja auch noch die Mehrwertsteuer bezahlen, müssen Sie wiederum 19 % abziehen, da bleibt unterm Strich nicht viel für den Produzenten übrig. Somit besteht auch kein Spielraum für die Qualität des Grundweines, der mit Sicherheit nicht aus Deutschland und/oder nicht aus den besten Trauben stammen kann. Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, schauen Sie gerne unter Sektverstehen – die Qualitäten nach.

Wir sind nicht alleine

Auch unsere Nachbarn in Österreich dürfen sich wieder über eine Sektsteuer freuen. 2014 wurde eine Steuer in Höhe von 0,75 Euro auf 0,75 l Flasche eingeführt.

Sicherlich wird auch in Zukunft an der Schaumweinsteuer festgehalten werden, da sie einfach eine unglaubliche Menge an Geld generiert – wir Deutschen sind nämlich die „Weltmeister“ im Schaumweinkonsum.

Quelle: Foto Segelboot Photo by Kelly Sikkema on Unsplash /Foto Money Photo by Steve Johnson on Unsplash

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