Sabrieren von deutschem Winzersekt

Prickelnder Auftritt des Deutschen Premium Sektes in 2019 – Seid dabei!

Erschienen In: Neues

Ich stehe mit meiner Meinung, dass der Deutsche Premium Sekt endlich aus seinem Versteck herauskommen muss, nicht alleine da. Gottseidank!

Das Deutsche Weininsitut

Das Deutsche Weininstitut (DWI) wird 2019 den Focus u.a. auf „deutschen Sekt“ legen, genauer gesagt auf Winzersekt. Diese haben laut Frau Reule vom DWI mit rund 9 Millionen Litern einen Anteil von mittlerweile drei Prozent am gesamten Sektmarkt.

Qualitäten und Preis stimmen

Über die Jahre sind die Qualitäten stetig gestiegen, auch Preis-Leistung stimmen überein; von daher ist es längst überfällig, dem Premium Sekt Segment mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Wir sind Sektverbrauchsweltmeister!

Vor allen Dingen, da wir Deutschen Sekt lieben! Leider achten wir beim Kauf eher auf den Preis als auf die Qualität, aber das soll und muss sich ändern! Sie sollen als Kunde informierter und wählerischer sein und vielleicht auch mal ein paar Euros mehr ausgeben, aber dafür auch Mehrwert und Sensation im Glas haben.

Wie ich finde, ist ein gemeinsames Auftreten aller Beteiligten in der Weinindustrie wichtig, um die Wahrnehmung der Endverbraucher und des Auslandes dahingehend zu ändern, dass deutscher Sekt nicht immer billige Massenware bedeutet. Und bei den heutigen Top-Qualitäten ist das kein Problem. Aber wir als Konsumenten sind gefragt: Also seien Sie wählerischer, verlangen Sie für Sich Besseres!

Verband der traditionellen klassischen Flaschengärer

Neben dem Deutschen Weininstitut hat sich auch der Verband der traditionellen klassischen Flaschengärer mit Präsident Volker Raumland neu aufgestellt. Herr Raumland, ein Mitbegründer des deutschen hochwertigen Sektes, kennt sich Bestens in diesem Bereich aus und weiss um die Anforderungen an die Sektbranche. Von daher kann man sehr gespannt sein, was der Verband in nächster Zeit noch so präsentieren und verändern wird.

Ok, die Ziele sind hoch gesteckt, aber es gibt schon so viele Protagonisten wie Volker Raumland, Schloss Vaux, Schlossgut Diel, Van Volxem um nur einige etablierte Weingüter zu nennen. Daneben erscheinen neue Shootingstars wie Griesel Sekt oder Krack, die bereits in kürzester Zeit ihr Klientel erschlossen haben. Trotzdem ist offensichtlich, dass hervorragende Sektproduzenten immer noch nicht einem größeren Publikum bekannt sind.

Medien finden Sekt klasse!

Sekt wird auch in den Medien immer mehr wahrgenommen, was darauf hindeutet, dass Sekt stärker wertgeschätzt und sein Potential erkannt wird. Auch in diesem Jahr gibt es wieder Sektpreisverleihungen u.a. vom Meininger Verlag – Deutsche Sektpreis, Falstaff – Sekt Trophy und neu seit letztem Jahr von Vinum – Sekt Award.  Letzteres ein Zusammenschluss vom Verband der traditionellen klassischen Flaschengärer und der Zeitschrift Vinum. Schampuslounge wird davon berichten.

Ausländische Schampusexperten verkosten Deutschen Premium Sekt

Um nochmals auf das Deutsche Weininstitut zurückzukommen. Anfang 2019 lud das DWI 11 renommierte Experten wie z.B. Essi Avellan (eine der Champagnerexpertinnen überhaupt) aus dem Ausland ein, um aus 200 vorselektierten eingereichten Sekten, die besten 20 Sekte auszuwählen. Die 3 Besten werden vom Deutschen Weininstitut als „Germany´s Best Sparling Wines“ ausgezeichnet werden.

Diese werden auf der Fachmesse Prowein im März zuerst einmal dem Fachpublikum präsentiert werden. Sie, als Endverbraucher, müssen sich noch etwas gedulden, um zu erfahren, welche Sekte in die engere Auswahl kamen, aber keine Angst, Schampuslounge wird Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Begriff „SEKT“

Allerdings gibt es ein ganz großes Thema noch zu klären, welches ich an dieser Stelle nur kurz anreissen möchte:

Für welche Qualität steht der Begriff Sekt?

Hier liegt das grösste Problem des Deutschen Sektes!

Zu Unklar sind die Begrifflichkeiten, es sind zuviele und wenn auf dem Etikett, zeigen sie dem Konsumenten nicht wirklich, welche Qualität er in der Flasche hat.

Wie man sieht, hat das DWI vor, die Kategorie „Winzersekt“ in den Vordergrund zu stellen. Aber auf gleicher Qualitätsstufe liegt auch die  Kategorie „Crémant“.

Problem:

– Viele TOP Sekte der Premium Klasse fallen aus diesen beiden Kategorien, da z.B. Trauben von erstklassigen Traubenlieferanten aus der Region zugekauft werden und nicht vom Weingut selbst stammen, obwohl alle anderen Produktionsschritte vom Winzer selbst durchgeführt werden.

– Viele Winzersekte erreichen keine Top Qualität, dürfen sich aber so nennen, da das Kriterium „Trauben aus eigenem Weinberg“ erfüllt wurde.

Der Oberbegriff Sekt kann alles bedeuten:

  • die Masse an billigen Sekten (auch Schaumweine genannt, mit Trauben aus dem Ausland, meist Tankgärverfahren – keine traditionelle Flaschengärung),
  • Deutscher Sekt (Trauben aus Deutschland),
  • Sekt bestimmter Anbaugebiete (Qualitätsschaumweine genannt – Trauben aus einer Region)
  • Winzersekt oder Crémant
VDP.Sekt.Statut

Der Verband der Prädikatsweingüter ist seinen eigenen Weg gegangen – aber auch hier ist es nicht allen Top Sekten erlaubt, das Label VDP.Sekt.Statut zu nutzen (siehe Traubenproblematik, Premiumlage der Stillweine-Rebberge nicht immer optimal für Premium Sekt!)

Ich glaube, hier liegt noch viel Diskussionsbedarf, wie sich Sekt als Qualitätsbegriff definieren soll oder ob es anderer Begrifflichkeiten bedarf. Hierzu später mehr.

Quelle: Deutsches Weininstitut

Photo: Copyright DWI

Sekt auf dem roten Teppich in Berlin
Kräuter, Würze, Brioche ergeben Mo (Pinot Noir/Pinot Blanc)