15 Schaumweinbegriffe, die Ihr kennen solltet!

Erschienen In: Basics | Neues

Die deutsche Weinwelt ist voll von weinbezogenen Begriffen, die viele Verbraucher nur schwer verstehen können. Diese 15 Begriffe solltet Ihr kennen, damit es bei der nächsten Gelegenheit einfacher ist, einen besseren Schaumwein auszuwählen. Wenn Ihr im Geschäft oder Restaurant seid, dann fällt es dem Weinhändler oder Sommelier auf, dass Ihr bereits mit dem Thema Schaumwein vertraut seid. Die Gespräche finden dann mehr auf Augenhöhe statt!

Rosé Brut, 2012 – Weingut Josef Biffar – Foto ©NicoleWolbersDipWSET

Begriffe auf dem Etikett

Wie immer, gibt es viel zu viele Angaben, oft auch ohne Aussagekraft und manchmal eher verwirrend. Hier nun die wichtigsten:

1. (Deutscher) Sekt (b. A.)

Findet Ihr Deutscher Sekt auf dem Etikett, wisst Ihr, dass die Grundweine aus Deutschland kommen. Steht dann noch b. A. (bestimmter Anbaugebiete) auf der Flasche, dann kommen die Grundweine aus einem der dreizehn Anbaugebiete. Steht allerdings nur Sekt drauf, dann sind die Grundweine mit Sicherheit französischer oder italienischer Herkunft und wurden in Deutschland versektet.

2. Winzersekt/Crémant

Eigentlich ein guter Begriff, sagt er doch aus, dass von den Trauben bis zum Endprodukt alles in Winzerhand war. Aber er klingt nicht sonderlich sexy und wird deshalb kaum auf das Etikett geschrieben. Crémant dagegen ist eine Sonderform von Deutschem Sekt und bedeutet, das wie beim Winzersekt alle Herstellungsprozesse in der Hand des Winzers sind. Crémant garantiert eine feine Perlage.

3. PET NAT (Pétillant Naturell)

Eine neue bzw. alte Methode, die aktuell sehr in Mode ist. Diese Schaumweine werden mit nur einer Gärung hergestellt, da die hier entstehende Kohlensäure durch die verschlossene Flasche eingefangen wird. Ein Pet Nat kann sowohl ein leicht moussierender Perlwein als auch ein kräftiger sprudelnder Schaumwein sein.

4. Perlwein (mit/ohne zugesetzter Kohlensäure)

Unter Perlwein versteht man Schaumweine, die in der Flasche nur einen Kohlensäuredruck von 1 bis 2,5 bar aufweisen, d.h. sie sind nur leicht perlend. Oft wird die Kohlensäure zugesetzt und dies muss auf dem Etikett vermerkt sein. Ein weiteres Kennzeichen ist der geringere Alkoholgehalt sowie der häufig verwendete Kronkorken.

5. Hersteller

Wird das Weingut als Hersteller genannt, wurde der Schaumwein direkt auf dem Weingut selbst produziert.

6. Degorgierdatum

Mittlerweile findet man immer öfter die Angabe des Degorgierdatums auf den Etiketten. Dieses gibt an, wann die Charge des Schaumweines von der Hefe genommen wurde, degorgiert und verkorkt wurde. Einfache Schaumweine sollten nach dem Degorgieren nicht länger weitergelagert werden, da sie trinkfertig auf den Markt kommen.

7. Jahrgang/Vintage

Die Jahrgangsanzeige auf dem Etikett sagt nicht immer viel über die Qualität der Schaumweine aus. Anders als in der Champagne haben wir in Deutschland sehr, sehr viele Schaumweine, die den Jahrgang aufführen. Allerdings muss 85% des Grundweines aus diesem Jahrgang stammen. Nur bei hochwertigeren Schaumweinen werden Spitzenjahrgänge (dann oft bis 100% im Wein) verwendet. Die besten Schaumweine sind übrigens Weine ohne Jahrgangsangabe, da hier die besten Grundweine aus verschiedenen Jahren perfekt zu einem Spitzencuvée zusammengestellt werden können.

8. Lage

Immer mehr Lagensekte kommen auf den Markt und diese stellen in der Tat mit die höchste Qualitätsstufe bei den Schaumweinen dar! Z.B. kann auch der Begriff VDP.Grosse Lage oder VDP.Erste Lage erwähnt sein, welches zertifiziert, dass der Schaumwein von einem Prädikatsweingut stammt.

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Stil des Schaumweines

Wie Stillweine lassen sich auch Schaumweine in Kategorien zusammenfassen. Vielleicht mögt Ihr gerne einen süsslicheren Schaumwein? Oder sind die knochentrockenen, gerne auch bone dry geannnten Weine eher nach Euerem Geschmack? Entscheidet zuerst für Euch, welcher Stil zu Euch passt, dann ist es leichter den passenden Schaumwein zu finden. Auch die Farbe eines Sektes kann in Kategorien eingeordnet werden. Mögt Ihr lieber einen Rosé oder einen Rotsekt?

9. Rot/Rosé/Weiss 

Diese Kategorien werden genutzt, um den Schaumwein farblich einzuordnen. Restaurants sortieren gerne die Weine nach Farben.

10. Halbtrocken (demi-sec) / Mild (dolce)

Hierbei handelt es sich um Angaben, die Schaumweine mit Restsüsse beschreiben. Halbtrockene Schaumweine besitzen zum Beispiel einen Restzuckergehalt von 32-50 g/l. Diese Kategorie ist bei Tankvergärten Sekten sehr beliebt, auch die Perlweine findet Ihr in dieser Kategorie.

11. Extra Trocken/Trocken

Auch diese Kategorie enthält mehr Restsüsse. Zum Beispiel hat ein Extra Trocken Sekt einen Restzuckergehalt von 12-17g/l. Auch die Trocken Kategorie ist bei Tankvergärten Sekten und Perlweinen sehr beliebt.

Die Süssegrade beim Schaumwein dürfen nicht mit den Angaben beim Stillwein verglichen werden. Ein trockener Wein entspricht nicht einem trockenen Schaumwein!

12. Extra Brut/Brut

Dies ist die beliebteste Kategorie bei Schaumweinen, die nach der traditionellen Methode hergestellt worden sind. Allerdings können in dieser Kategorie die Weine von sehr trocken (Geschmacksempfinden am Gaumen) bis etwas süsslich (0 – 12 g/l Restzucker) variieren. Extra Brut enthält 0-6 g/l Restzucker, wird aber sehr selten verwendet!

13. Brut Nature

Brut Nature ist eine neue Tendenz in der Schaumweinwelt und auch nur bei traditionell hergestellten Schaumweinen zu finden. Diese Schaumweine sind richtig trocken am Gaumen und zeigen oft gar keine Restsüsse (0 – 3g/l Restzucker). Bevorzugt werden Sie als Essensbegleiter eingesetzt.

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14. Traditionelle (Klassische) Flaschengärung 

Schaumweine mit dieser Aufschrift werden nach der gleichen Methode wie in der Champagne produziert. Es finden zwei Gärungen statt, wobei die zweite Gärung in der Flasche statt findet, daher rührt auch der Name der Methode. Winzersekt und Crémant werden so produziert, wobei der Winzersekt 9 Monate auf der Hefe und der Crémant 12 Monate auf der Hefe liegen muss! In der Champagne sind es 15 Monate.

15. Method Charmat/Tankgärverfahren

Diese Herstellungsmethode trifft auf die Masse der deutschen Sekte, meist im günstigen Preissegment anzutreffen, zu. Wenn keine Angabe zur Produktionsmethode auf der Flasche steht, handelt es sich meist um einen Tankvergärten Sekt. Auch werden diese Schaumweine oft als Sekt oder Hergestellt in Deutschland deklariert. Tankvergärte Sekte können erstklassig sein, aber in Deutschland findet man diese kaum. Die gängigen Tankvergärten Sekte sind technisch einwandfrei gemacht und bieten ein einfaches, frisches und fruchtiges (oft liebliches) Geschmackserlebnis im Glas.

Nehmt Euch beim nächsten Einkauf oder Bestellung eines Schaumweines im Restaurant einfach diese 15 Begriffe zu Herzen, dann solltet Ihr einfacher zum passenden Schaumwein gelangen.

Titelbild Foto von Terje Sollie von Pexels

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